Was ist eine Flurkarte?

Bei der Flurkarte handelt es sich um eine Darstellung in einem bestimmten Maßstab aus der Vogelperspektive. Die auch als Liegenschaftskarte oder Katasterkarte bezeichnete Karte gilt als amtliche Darstellung aller Liegenschaften in Deutschland. Die Flurkarten beinhalten die Flurstücke und Grundstücke innerhalb von einem bestimmten Bereich.
Innerhalb des Liegenschaftskatasters bilden die Flurkarten zusammen mit den Schätzungskarten den darstellenden Teil ab. Als amtliche, kartographierte Grundlage des Grundbuches sind die Flurkarten der amtliche Nachweis in Bezug auf die Lage der Grundstücke. In der Vergangenheit wurden die Flurkarten noch als einzelne physische Dokumente abgelegt. In Deutschland erfolgt die Ablösung durch die automatisierten Liegenschaftskarten, welche digitalisiert einsehbar sind.

Die Inhalte von Flurkarten:

Von den Inhalten her enthalten die Flurkarten u. a. die folgenden Angaben: Nummern der einzelnen Flurstücke, Grundstücksgrenzen, Grenzen der Gemeinden, Nutzungsarten des Bodens, Bodenschätzungsdenkmale und die Blattrahmen mit den entsprechenden Flurnummern, Bezeichnungen der Gemarkungen sowie dem Maßstab und der Herkunft. Zusätzlich können in den Liegenschaftskarten Mauern, Hecken, Zäune oder topografische Angaben sowie Böschungen integriert sein.

Die historische Entwicklung der Flurkarten:

Ca. 3000 v. Chr. sind die ersten Hinweise auf die Existenz von Flurkarten gefunden worden. Diese spiegeln sich einem gefundenen altbabylonischen Felderplan wider. Andere Funde gab es im Verlauf des zweiten Jahrhunderts vor Christus im alten China sowie aus Ägypten.
In der Neuzeit erfolgten die ersten ernsthaften nachweisbaren Vermessungen sowie Kartierungen Anfang des 18. Jahrhunderts im Herzogtum Mailand. In Frankreich wurden Vermessungen von Grundstücken Ende des 18. Jahrhunderts realisiert. Geschichtlich wurden unter Napoleon erstmals nachweislich auch die Staaten im heutigen Deutschland mit einbezogen.

In Preußen erfolgten Anfang des 19. Jahrhunderts Gemeinheitsteilungen. Für diese war eine Kartengrundlage notwendig, sodass die Vermessungen in diesem Zuge forciert wurden. In der Folge wurden ab 1936 Reichskataster eingeführt, welche nach neuen Zeichenvorschriften abgezeichnet wurden. So entstand auch eine neue Nummerierung der Flurstücke, welche bis 1945 nur zu zehn Prozent fertig gestellt werden konnte. In den Folgejahren wurde in der DDR und in der BRD die weitere Katalogisierung realisiert.

Unterschiedliche Darstellungen der Flurkarten:

Jede Flurkarte wird im Blattschnitt einer Rahmenkarte oder als Inselkarte für eine Flur dargestellt. Bei der Inselkarte sind Blattgrößen von 1000 x 707 Millimeter üblich.
Für die Blattgröße entscheidend sind die Gegebenheiten vor Ort sowie die Größe der Flurstücke und des betroffenen Flurs, sodass ein kleinerer Maßstab im Stadtgebiet üblich ist.

Der Vergleich von Flurkarte zu der Stadtgrundkarte:

In den Flurkarten sind grundsätzlich keine Darstellungen von Versorgungseinrichtungen oder topographischen Gegebenheiten zwingend erforderlich. Den Kommunen können diese Parameter in die Darstellung mit übernehmen. Erfolgt die weiterführende Darstellung, werden die Flurkarten als Stadtgrundkarten bezeichnet.

Die Entwicklung von der analogen zur digitalen Flurkarte:

In der 1990er Jahren begann die Umwandlung der Flurkarten von einer analogen Form zu einer digitalen Verarbeitung. Mit der sogenannten Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) oder der Digitalen Flurkarte (DFK) in Bayern ist die Digitalisierung abgeschlossen. Nunmehr werden die Flurkarten ohne Blattschnitt, maßstabsfrei und objektorientiert abgebildet. Die Maßstäbe sind variabel und flexibel einseh- und druckbar. Als weiterer Vorteil ist die stetige Anpassung zu benennen. Bei dem zuständigen Katasteramt kann bspw. Eigentümer die Flurkarten online beantragen bzw. bestellen oder diese auch per Brief anfordern.

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